37 Die Ramsbecker Mühle
Eine Mühle wird in Ramsbeck erstmalig in einer Steuerliste des Kölner Kurfürsten Maximilian Heinrich anno 1685 erwähnt: Der Spielmann, ein Kötter, „braucht dass Zimmerwerck, bewohnet die Mühle im Dorpf, hat aber noch ein Hauß.“ Dieser Spielmann benutzte demnach eines der Mühlräder zum Antrieb eines Sägegangs, während das andere dem Müller zum Mahlen des Korns diente. Nach mündlicher Überlieferung erhielt der Bauer Jobst Nölcke, genannt Hüttemann, diese Erbmühle vom Kurfürsten bei dessen Aufenthalt in Ramsbeck im Tausch gegen ein Bienenvolk.
Die jetzige alte Wassermühle in Ramsbeck stammt aus dem Jahre 1810 und hatte – einzigartig in ganz Westfalen-Lippe - drei Mühlräder: Offensichtlich wurde die Korn- bzw. Sägemühle zusätzlich noch zur Herstellung von Öl aus Raps oder Flachs genutzt. Um 1865 erneuerte man die mühlentechnische Ausstattung. Zu der Zeit war die Familie Gordes in den Besitz der Mühle gekommen. Anfang des 20. Jahrhunderts trieb eines der Wasserräder eine Turbine zur Erzeugung von elektrischem Strom für das Ramsbecker Unterdorf, ehe der ganze Ort 1922 an das öffentliche Stromnetz angeschlossen wurde. Danach erweiterte der Müller Fritz Gordes die Mahlmühle um eine Lohndrescherei im Nachbargebäude; die Dreschmaschine war über Transmission mit der Mühle verbunden. Auch einige Bergleute gehörten zu den regelmäßigen Kunden.

Das letzte Korn wurde 1956 von Gustav Nölke, gen. „Stöves“ gedroschen bzw. gemahlen. Weil die alte Wassermühle in Ramsbeck mit ihren drei Mühlrädern und dem noch gut erhaltenen Mahlstand ein besonders schützenwertes und einmaliges Kulturgut in NRW ist, wurde sie 1983 unter Denkmalschutz gestellt. Der vor einiger Zeit gegründete Mühlenverein „Alte Kornmühle Ramsbeck e.V.“ ist bestrebt, die Mühle so gut wie möglich zu restaurieren und wieder „mit Leben zu erfüllen“.
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