34 Der Bergeteich oberhalb der Aufbereitung Willibald
Oberhalb der im November 1889 fertig gestellten Aufbereitung Willibald befanden sich ein Eindicker und ein Schlammteich für die Abgänge der Flotationsanlage. In dieser 1935 gebauten Anlage konnten damals täglich 650 Tonnen, später 1.000 Tonnen Erz verarbeitet und daraus ca. 65 bzw. 100 Tonnen Blei- und Zinkkonzentrate gewonnen werden. Etwa 90 Gewichtsprozente des Durchsatzes waren feinkörnige, weitgehend metallfreie sogen. Berge, die in Form einer Schlammtrübe anfielen. Dieser Schlamm wurde auf den Eindicker (Durchmesser ca. 35 Meter) gepumpt. Hier setzten sich die Feststoffe ab; das geklärte Wasser ohne Feststoffe lief am Überlauf ab und wurde in der Aufbereitung wieder als Betriebswasser verwendet.
Bergbauwanderweg Ramsbeck
Förderverein Sauerländer Besucherbergwerk Bestwig-Ramsbeck e.V.
Mit einem Krählwerk (Anm.: Durch langsames Rühren wird der Schlamm flüssig gehalten.) wurde der im Eindicker abgesetzte Feststoff zum zentralen Ablauf im Boden gehoben und in Form eines dicken Schlammbreis ausgetragen. Dieser gelangte durch eine Holzrinne zum nahen ca. 100 x 50 m großen Schlammteich. In der Holzrinne waren im Boden Löcher mit einem Durchmesser von etwa 50 mm angebracht, durch welche die gröbsten Sandanteile heraus liefen. Mit diesem Grobsand wurde der umlaufende Teichdamm mit Schaufeln aufgebaut. Die talseitige Neigung des Dammes hatte ein Verhältnis von ca. 1:3,5 (auf 3,5 m = 1,0 m Steigung = 29%). Die feineren Feststoffanteile des Bergedickschlamms setzten sich in der Teichmitte ab. Am Ende des Teichs gab es einen Klarwasserüberlauf (Mönch), über den das Restwasser zu einem Bach geleitet wurde.
Als im Jahr 1955 der neue Schlammteich Bilmecke bei Andreasberg fertig gestellt war, setzte man den Eindicker und den Bergeteich oberhalb der Aufbereitung Willibald still. Vom Bilmecketeich wurde kein Betriebswasser zurück gepumpt, sondern durch den Bilmeckebach in die Valme (unterhalb von Heringhausen) eingeleitet.
                                                                                                           Bergbaudirektor i.R. Dr. Bruno Heide – Zuständig für die Aufbereitungsanlagen der Sachtleben Bergbau GmbH, von 1970 bis zur Schließung 1974 auch für die Aufbereitung Willibald in Ramsbeck
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